Grauer Star Behandlung

Der Graue Star ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne. Sondern er ist das Ergebnis des ganz natürlichen Alterungsprozesses der Augenlinse. Diese verhärtet sich im Laufe der Jahre und trübt sich ein. Die Verhärtung führt zur Alterssichtigkeit (Altersweitsichtigkeit), die Trübung der Linse zum Grauen Star. Im Allgemeinen spricht man vom Grauen Star, sobald die Sehleistung nachlässt und eine sichere Fahrtauglichkeit nicht mehr gewährleistet ist. Das durchschnittliche Alter, in dem der Graue Star im Deutschland operiert wird, beträgt 65 Jahre.

Um den Grauen Star zu behandeln, werden die getrübten körpereigenen Linsen entfernt und künstliche Linsen implantiert. Je nachdem welche Linse eingesetzt wird, können Sehfehler dauerhaft korrigiert und eine lebenslange Brillenfreiheit erreicht werden.

Um die Alters(weit)sichtigkeit zu korrigieren, können die Linsen aber auch schon ausgetauscht werden bevor sie sich eintrüben. Jedes Jahr entscheiden sich immer mehr Menschen zur Implantation von Multifokallinsen, um nicht mehr auf Sehhilfen wie Kontaktlinsen oder Gleitsichtbrillen angewiesen zu sein.

Das Video (2:07 min) erklärt die Operation des Grauen Stars mit Femtolaser zum Schneiden und Nanolaser zum Entfernen der alten Linse.

Untersuchungen vor Grauer Star OP

Ausschlaggebend ist oft die Prüfung der Sehschärfe und der aktuellen Brillenstärken. Kann trotz Brillenkorrektur keine volle Sehleistung mehr erreicht werden, ist dies häufig ein Hinweis auf eine Linsentrübung. Die genaue Untersuchung der Linse beim Augenarzt bringt dann meist Gewissheit. Die Trübung der Linse kann auch durch spezielle Diagnostikgeräte – sog. Scheimpflugkameras – gemessen werden.

Bevor operiert werden kann, muss man sich für ein Linsenimplantat entscheiden. Hierfür muss eine sehr genaue Untersuchung der Netzhaut und Hornhaut und  erfolgen. Die Grundlage zur Linsenberechnung bildet die optische Biometrie und besonders wichtig für die richtige Linsenwahl sind die Hornhaut-Topographie und die Untersuchung des Hornhaut-Endothels

Denn Erkrankungen des Hornhaut-Endothels können ein Ausschlusskriterium für die Implantation von Multifokallinsen sein. Außerdem spielt die Beschaffenheit des Hornhaut-Endothels eine wichtige Rolle für die Wahl des Operationsverfahrens. Die Untersuchung an der Spaltlampe und die Kontrolle des Augeninnendrucks dienen zum Ausschluß von Augenerkrankungen.

Grauer Star Untersuchungen Infovideos

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Operationsverfahren zur Entfernung der Linse beim Grauen Star

Ultraschallverfahren (Phacoemulsifikation)

Dieses Verfahren ist das Standardverfahren zur Entfernung der Linse. Zunächst legt der Augenchirurg 2-3 kleinste Schnitte (1 bis 3 mm) an, um ins Augeninnere zu gelangen. Eine vibrierende Hohlsonde wird dann in die Linsenkapsel eingeführt. Die Ultraschallenergie zerkleinert das Linsenmaterial und saugt die kleinen Bruchstücke ab. Dieses Verfahren ist seit mehr als 30 Jahren bewährt und kostengünstig. Bei der Handhabung der Hohlsonde ist ein großes Maß an Erfahrung des Operateurs gefragt. Dies ist wichtig, damit die kugelförmig austretende Ultraschallenergie keinen Schaden an der Hornhaut oder an der Linsenkapsel hinterlässt. Je härter die Linse, desto heißer kann die Sonde werden. Deshalb muss während der Operation für eine ausreichende Kühlung der Sonde gesorgt werden. Das Ultraschallverfahren wird von allen gesetzlichen und privaten Kassen übernommen.

Femtolaserverfahren (FemtoCat)

Bei diesem jüngeren Verfahren wird die Operation durch einen schneidenden Femtosekundenlaser erleichtert. Der Femtolaser übernimmt dabei die Vorbereitung der Schnitte an der Hornhaut, sowie die Eröffnung der Linsenkapsel. Durch Schnitte in die Linse kann der Laser die Zerteilung des Linsenkerns vorbereiten. Die eigentlichen Schnitte und das Absaugen der Linsenfragmente macht der Operateur dann wieder manuell. Er kann dabei die klassische Ultraschallhohlsonde zur Linsenentfernung verwenden. Das Femtolaserverfahren ist sehr vielversprechend für die Zukunft. Der medizinische Vorteil des Verfahrens ist jedoch derzeit noch sehr umstritten. Daher wird dieses Verfahren von den Krankenkassen i.d.R. nicht übernommen. Bei den Privatkassen bleibt es eine Einzelfallentscheidung. Die Zusatzkosten betragen 1000 bis 1500 Euro pro Auge.

Nanolaser (Photo-Phaco-Disruption)

Ein wichtiger hygienischer Vorteil des Nanolasers: die Linsenentfernung wird nur mit Einmalsonden durchgeführt und verringert Infektionsrisiko.
Nanolaser Sonde

Diese moderne Methode ersetzt die klassische Ultraschallhohlsonde. Eine sehr feine Lasersonde ermöglicht hier die eigentliche Linsenentfernung. Dabei werden innerhalb der Hohlsonde Laserimpulse im Nanosekundenbereich abgegeben. Die Laserenergie zerkleinert den Linseninhalt und die Sonde saugt sie ab. Durch den Laser wird keine Hitzeenergie erzeugt und das Verletzungsrisiko für Hornhaut oder Linsenkapsel ist deutlich geringer. Deshalb ist gerade bei Hornhauterkrankungen der Einsatz des Nanolasers eine gute Wahl. Die Lasersonde ist ein Einmalartikel. Eine Desinfektion und Aufbereitung der Sonde für den Gebrauch beim nächsten Patienten findet somit hier nicht statt. Das ist ein wichtiger hygienischer Vorteil des Nanolaserverfahrens gegenüber dem klassischen Ultraschallverfahren. Aufgrund der geringeren Energieabgabe im Auge und der höheren Hygienesicherheit wird das Nanolaserverfahren von einigen privaten Krankenversicherungen bei Erkrankungen der Hornhaut bereits übernommen. Bei den gesetzlichen Krankenkassen ist eine Übernahme der Zusatzkosten nicht möglich. Die Zusatzkosten betragen 1000 bis 1500 Euro pro Auge. In München ist das Nanolaserverfahren derzeit nur in unserem Augenzentrum verfügbar.

Anästhesie

Die Operation des Grauen Star dauert durchschnittlich zwischen 10 und 20 Minuten pro Auge. Erfahrende Augenchirurgen führen den Eingriff in der Regel in Tropfanästhesie und kurzem Dämmerschlaf durch. Einige Operateure setzen als Standardverfahren eine Betäubungsspritze am Auge ein, um das komplette OP-Gebiet ruhig zu stellen. Eine Vollnarkose ist möglich, aber i.d.R. nur bei Kindern notwendig.

Linsenwahl für Grauer Star OP

Ist die Augenlinse entfernt, kann die neue Linse in die bestehende Linsenkapsel eingesetzt werden. Moderne Linsen sind weich und faltbar und können durch einen 2 mm großen Zugang ins Auge eingesetzt werden. Sie entfalten sich im Auge und werden in die Linsenkapsel hinter der Pupille – unsichtbar von außen – eingesetzt. Heute besteht eine große Auswahl an Linsenimplantaten:

Standardlinsen

Die Standardlinse hat eine feste Brennweite.

Diese Linsen haben eine feste Brennweite. Eine Korrektur von Hornhautverkrümmung ist mit Standardlinsen leider nicht möglich. Ebenso sind hier keine Lichtschutzfilter (z.B. Violett/Blaulicht) eingebaut. Nach einer Operation mit Standard-Linsen ist i.d.R. eine Lesehilfe oder eine Gleitsichtbrille sowie das Tragen von Lichtschutzgläsern erforderlich.

Premiumlinsen

Premiumlinse ist optimiert für Nachtsicht und mit einem Schutzfilter oder einem kontraststeigernden Filter ausgestattet.
Premiumlinse

Diese Linsen haben ebenso eine feste Brennweite. Sie sind jedoch optimiert für Nachtsicht (Asphärisch) und/oder mit einem Schutzfilter und/oder einem kontraststeigernden Filter ausgestattet. Auch hier ist i.d.R. eine Lesehilfe oder eine Gleitsichtbrille erforderlich, um alle Sehbereiche zu versorgen.

Torische Linsen

Die torische Linse ermöglicht eine zuverlässige Astigmatismuskorrektur.

Diese Linsen gehören zu den Premiumlinsen. Diese können zusätzlich eine Hornhautverkrümmung auskorrigieren und somit i.d.R. den Fern- oder den Nahbereich brillenfrei machen.

Multifokallinsen

Die Trifokallinse bietet eine hervorragende Sehleistung in allen Entfernungsbereichen.

Diese Linsen verfügen in der Regel über Lichtschutzfilter und können auch Hornhautverkrümmungen korrigieren. Die Besonderheit besteht darin, dass diese Linsen sowohl den Fern- als auch den Nahbereich abdecken können. Mit modernen Multifokallinsen kann somit neben den Schutzfunktionen auch eine 95%ige Brillenfreiheit erreicht werden.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Brillenfreiheit ist jedoch eine gute Eignung: Keine unregelmäßige Hornhautverkrümmung, normales Hornhautendothel sowie ausreichendes räumliches Sehen. Diese Kriterien sollten unbedingt vor der Empfehlung zu einer Multifokallinse geprüft werden.

Die Zusatzkosten bei Premium- und Multifokallinsen betragen 400 bis 1.600 Euro pro Linse.

 
 
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