Trockene Augen und Blepharitis

Bei über 80% der Trockenen Augen ist eine chronische Lidrandentzündung - eine Blepharitis - die Hauptursache. Sind die Lidranddrüsen chronisch entzündet, produzieren sie zu wenig Sekret. Dies führt zu einem instabilen Tränenfilm: Die Augen brennen, tränen und sind ständig gereizt. Die Behandlung der chronischen Blepharitis (Lidrandentzündung) ist nicht trivial. Oft stecken Krankheitserreger wie Bakterien und Hautmilben dahinter.

Eine anhaltende und wirkungsvolle Therapie muss den Befall der Lidranddrüsen durch Hautmilben und Bakterien fokusieren. Eine der wirksamen und langanhaltenden Therapie bei Blepharitis und Trockene Augen ist die Intensive Licht-Puls-Therapie - auch IPL genannt.

IPL-Lichttherapie für Trockene Augen

  • Was ist die IPL-Lichttherapie? Die IPL ist eine Lichtpuls-Therapie, die die entzündlichen Ursachen des Trockenen Auges bekämpft und die Lidranddrüsen anregt.
  • Für wen ist die IPL-Lichttherapie geeignet? Für Patienten, deren Beschwerden wegen Trockener Augen auf herkömmliche Tropftherapien nicht ansprechen und länger als 1 Monat anhalten.
  • Was kostet die IPL-Lichttherapie? Die Kosten betragen ca. 250 Euro pro Behandlungssitzung. In der Regel werden 4 Behandlungen (einmal monatlich) benötigt. Die IPL Lichttherapie hat eine Langzeitwirkung und kann die ständige Anwendung von Augentropfen und Salben unnötig machen. Damit erspart sie dem betroffenen Zeit und auch Ausgaben für viele Tropfen und Pflegemitteln.

Die IPL-Lichttherapie wird seit 1993 in der Dermatologie verwendet: mit intensiven Lichtpulsen kann man viele Hautprobleme mildern und heilen.Die IPL-Lichttherapie wird  zum Beispiel bei der Behandlung von Rosazea, Besenreisern, Pigmentstörungen und chronischen Entzündungszuständen eingesetzt.

Die IPL-Lichttherapie kann mit speziellen Energiepulsen auch den Stoffwechsel des Bindegewebes anregen und so zu einer Hautstraffung beitragen. Daher wird die IPL-Therapie bereits auch zur Faltenbehandlung der Gesichtshaut eingesetzt.

Lid-Milben: Blepharitis-Ursache Nummer 1

Aktuelle Studien, die die Wimpernwurzeln bei Patienten mit chronischer Blepharitis und Trockene Augen untersucht haben, fanden bei über 80% der betroffenen einen Befall der Wimpernwurzeln mit Demodex-Lid-Milben. Die Wissenschaftler in der Gruppe von Dr. Lopez-Ponce (1) z.B. fanden 2017, dass der Befall bei älteren Patienten häufiger vorkommt als bei jüngeren und dass mikroskopisch kleine zylindrische Schuppen am Lidrand ein nahezu sicherer Hinweis auf den Befall mit Demodex-Milben als Ursache der Blepharitis und damit Trockene Augen gewertet werden kann.

Die Dexmodex-Milben verfügen über Fett spaltende Enzyme (Lipasen). Die Abbauprodukte dieser speziellen Lipasen fördern zusätzlich das Bakterienwachstum an den Lidrändern, welches wiederum die Entzündung verstärkt und auch zu weiteren bakteriellen Infektionen wie Gerstenkörnern am Lidrand führen kann. Somit entsteht ein Teufelskreis, welches nur durch Abtötung der Lid-Milben unterbrochen werden kann.

1) Quelle: Arch Soc Esp Oftalmol. 2017 Sep;92(9):412-418. doi: 10.1016/j.oftal.2017.01.001. Epub 2017 May 25.

Für wen ist die IPL-Lichttherapie bei Trockenen Augen geeignet?

Trockene Augen können verschiedene Ursachen haben, hierzu gehören:

  • Allergien gegen Umwelteinflüsse oder Kontaktlinsen (vor allem weiche Kontaktlinsen) führen zu chronischen Bindehautentzündungen, die zu trockenen Augen führen können.
  • Hormonmangelzustände führen zur Veränderung der Tränenfilmzusammensetzung, die ebenso Trockene Augen verursachen können.
  • Chronische Entzündungen der Lidranddrüsen durch Hauterkrankungen (wie Rosazea) oder Befall von Hautparasiten (Demodex-Milben) gehören zu den häufigsten Gründen von chronisch Trockenen Augen.
  • Trockene Büroluft und Bildschirmarbeit können zur Verstopfung der Lidranddrüsen führen, welche wiederum eine Störung des Tränenfilms mit sich bringen kann.

Die IPL-Lichttherapie behandelt hauptsächlich die Lidranddrüsen. Vor einer IPL-Therapie sollte ausgeschlossen werden, dass keine einfache Benetzungsstörung der Augen oder etwa Allergien hinter den Beschwerden stecken.

Eine IPL-Lichttherapie kommt deshalb erst dann in Frage, wenn Benetzungstropfen und antiallergische Tropfen nicht weiterhelfen und chronische Beschwerden vorliegen. Daher sollte nicht mit der IPL-Lichttherapie begonnen werden, bevor nicht eine Tropftherapie versucht wurde und/oder die Beschwerden weniger als einen Monat andauern.

Wie funktioniert die IPL-Lichttherapie?

Bei der IPL-Lichttherapie wird mit Hilfe einer Xenon-Lichtquelle die Lichtenergie direkt in die Hautschichten "gepumpt". Dies führt unmittelbar zu einer Erwärmung und Mehrdurchblutung der Haut und regt viele biochemische Vorgänge an, die man therapeutisch steuern und nutzen kann.

Durch die Dauer der Energiepulse, die gewählte Lichtfrequenz und durch das Applikationsprofil der Lichtbestrahlung können die gewünschten Effekte angeregt, verstärkt oder abgeschwächt werden.

IPL-Lichttherapie Video - Ursachen, Formen und Behandlung der Trockenen Augen

In diesem Video beschreibt Dr. Parasta, Augenchirurg und Ärztlicher Leiter des Augenzentrum in München, Ursachen und Formen der Trockenen Augen, erklärt die Grundlagen der IPL-Lichttherapie und zeigt die Behandlung der Trockenen Augen mit der IPL-Lichttherapie in der Praxis.

Videoinhalt
00:01 – 04:07      Trockene Augen - Ursachen und Formen
04:08 – 06:35      IPL - neue Lichttherapie gegen Trockene Augen
06:36 – 08:43      Wirkungsmechanismen der IPL-Lichttherapie
08:44 – 12:36      IPL-Lichttherapie - Behandlungsplan und Kosten
12:37 – 14:01      IPL-Lichttherapie in der Anwendung
14:02 – 15:45      Nachsorge nach der IPL-Lichttherapie

Trockene Augen: Beschreibung

Im medizinischen Sprachgebrauch wird das Trockene Auge im Allgemeinen als “Sicca-Syndrom” bezeichnet. Streng genommen ist aber diese Bezeichnung nicht korrekt. Als Sicca-Syndrom bezeichnet man einen ganzen Krankheitskomplex, der nicht nur die Augen, sondern alle Schleimhäute betrifft. Klassischer Vertreter des Sicca-Syndroms ist das sog. Sjögren-Syndrom.

Diese Autoimmun-Erkrankung führt zu einer chronischen Entzündung einiger Drüsen im Körper, wie die Speicheldrüse und die Tränendrüse. Daraus resultieren auch Trockene Augen und ein trockener Mund. Hier besteht die Behandlung in der gezielten Therapie der Grunderkrankung. In der Literatur wird berichtet, dass die Lichtpulstherapie (IPL) auch beim Sicca-Syndrom gut helfen kann.

Trockene Augen: Symptome

  • Druckgefühl: Besonders bei Mangel des wässrigen Anteil des Tränenfilms. Hier helfen i.d.R. befeuchtende Tropfen. Diese Tropfen sind rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen.
  • Juckende Augen: Trockene Augen jucken sehr häufig. Es handelt sich hier um eine natürliche Reaktion. Reibt man die Augen, drückt man dabei unwillkürlich auf die Lidranddrüsen, die dadurch mehr Sekret abgeben. Damit "hilft" sich das Auge selbst. Auch hier kann man mit benetzenden Tropfen ganz gut weiterhelfen. Halten die juckenden Augen länger an, muss man auch an eine allergischen Ursache für den Juckreiz denken und diese gezielt behandeln.
  • Juckende Augenlider: können auch ein Symptom bei Trockenen Augen sein. Oft liegt hier aber eine Allergie als Ursache vor, die aufgrund der ausgelösten Entzündung auch zu Trockenen Auge führen kann. Helfen können hier antiallergische Augentropfen. In Deutschland sind die meisten antiallergischen Augentropfen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Solange aber die Lidränder gereizt sind, arbeiten die Lidranddrüsen nicht richtig. Daher sollte man das Sekret der Lidranddrüsen hier auch ergänzen. Hierfür sind (rezeptfreie) Augensprays geeignet, die neben Vitaminen auch ähnliche Pflegelipide wie im natürlichen Tränenfilm enthalten.
  • Brennende Augen: Das Brennen zeigt bereits die Reizung der Bindehaut bei trockenen Augen an. Hier helfen neben der Benetzung auch entzündungslindernde Substanzen. Als rezeptfreie Kombination sind befeuchtende Augentropfen mit pflanzlichen Augentrost-Extrakt in der Apotheke verfügbar. Bei länger anhaltendem Brennen, welches auf diese Basis-Therapie nicht anspricht, muss hier eine augenärztliche Untersuchung erfolgen und eine gezielte Therapie mit rezeptpflichtigen Medikamenten erfolgen.
  • Rote Augen: Dies spricht bereits für eine Entzündung des Auges und der Lidränder. Auch hier ist die Basistherapie mit befeuchtenden Augentropfen unerlässlich. Es müssen aber andere Ursachen für die Entzündung wie allergische Reaktionen (Pollen, Staub, Milben oder Kontaktlinsen) ausgeschlossen bzw. gezielt therapiert werden.
  • Tränende Augen: Fehlt die oberste Schicht des Tränenfilms, die von den Lidranddrüsen gebildet wird, wird der Tränenfilm instabil. Die Folge ist ein Tränenträufeln, das besonders bei Kälte, Wind oder auch schon beim Lachen auftritt. Die Unterfunktion der Lidranddrüsen ist die Ursache von mehr als 80% der chronisch Trockenen Augen. Diese Lidrandentzündung, medizinisch als “Blepharitis” bezeichnet, ist eine chronische Entzündung, die man gezielt behandelt muss. Die Lichtpulstherapie (IPL) zählt zu einer der erfolgreichsten Therapien der chronischen Blepharitis und somit des Trockenen Auges.

Trockene Augen: Ursachen

  • Milben: Eine der häufigsten Ursachen für eine chronische Blepharitis, die zu einem Trockenen Auge führt, ist ein Milben-Befall der Wimpernwurzel und der Lidranddrüsen. Am häufigsten ist der Befall mit einer speziellen Hausstaub-Milbe mit dem Namen “Demodex”. Oft entwickeln die Betroffenen eine Hausstaub-Allergie. Hier helfen neben hygienischen Maßnahmen (Einfrieren des Kissens und der Decke; Vermeidung von direktem Kontakt der Augen oder des Bettes mit Haustieren) eine Abtötung der Milben am Lidrand. Dies kann durch eine spezielle Teebaumöl-Therapie erfolgen oder noch wirksamer mit der Lichtpulstherapie (IPL). Diese kann die Milben und ihre Eier abtöten.
  • Kontaktlinsen und Trockene Augen: Weiche Kontaktlinsen enthalten Silikon-Derivate. Diese können zu einer sich langsam entwickelnden und chronischen allergischen Reaktion der Bindehaut führen, die i.d.R. ab dem 5. Jahr der Anwendung langsam entsteht. Typischerweise bemerken dann die Kontaktlinsenträger, dass sie ohne Kontaktlinsen in den Augen mehr Beschwerden haben als mit Kontaktlinsen im Auge. Die Kontaktlinse ersetzt dabei “mechanisch” einen Teil des Tränenfilms und kaschiert somit die Probleme, die sie selbst produziert.

    Wenn aber die allergische Reaktion immer weiter geht, führt sie irgendwann zu einem chronischen Trockenen Auge. Dann wird die Kontaktlinse auch nicht mehr toleriert. Eine Umstellung auf harte (formstabile) Kontaktlinsen gelingt in dieser Phase i.d.R. auch nicht mehr, da nicht genug Tränenfilm vorhanden ist. Auch eine Laserkorrektur (Augenlasern) ist hier keine gute Lösung wegen bereits vorhander Trockener Augen. Mögliche Lösungen sind das Tragen einer Brille oder implantierbare Kontaktlinsen (ICL), die auch bei Trockenen Augen implantiert werden können.

  • Medikamentöse Nebenwirkungen: Alle Medikamente die in die Regelkreise des Nervensystems eingreifen, können auch zu Trockenen Augen führen. Hierzu gehören z.B. Antidepressiva, Neuroleptika, Betablocker und Urologika. Hier ist es hilfreich zu erfahren, ob die Symptome des Trockenen Auges im zeitlichen Zusammenhang mit dem Beginn der Einnahme der Medikamente standen.
  • Rosazea und Neurodermitis: Rosazea und Neurodermitis sind zwei Hauterkrankungen, die oft mit chronischen Lidrandentzündungen einhergehen. Bei beiden Erkrankungen ist die Einbindung des Hautarztes zur Behandlung der Hauterkrankung unerlässlich. Lokal am Auge können besonders bei Rosazea mit der IPL- Lichttherapie sehr gute Therapieerfolge erzielt werden.

Trockene Augen: Therapie

  • Wärme und Massage der Lidränder: Die Lidranddrüsen sind die wichtigsten Organe für einen stabilen und funktionierenden Tränenfilm des Auges. Wenn die Lidranddrüsen - auch Meibomdrüsen genannt - verstopft sind, können sie wenig oder gar kein Sekret mehr abgeben. Abhilfe schafft man hier mit einer Erwärmung der Lidränder mit einer Wärmemaske oder einer Rotlichtlampe (geschlossene Augen!) über 10-15 Minuten und anschließendes Ausmassieren der Lidränder. Dies kann mit einem “Q-Tipp” durch Abrollen der Lidränder oder durch entsprechende Lidmassage-Hilfen erfolgen. Die Lidrandpflege sollte am Besten zur täglichen Routine werden. Für die tägliche Pflege reicht oft das Waschen der Lider mit warmem Wasser und anschließende Massage der Augenlider mit einem sauberen Handtuch.
  • Häufiges Blinzeln: Menschen, die viel an einem Computerarbeitsplatz arbeiten, blinzeln viel seltener als während der Arbeit. Ein häufiges bewusstes Blinzeln verhindert ein Verdampfen des Tränenfilms und beugt Trockenen Augen vor.
  • Luftbefeuchter: Eigentlich ein Muss für jedes Büro. Trockene Luft führt nicht nur zu trockenen, oft brennenden Augen, sondern auch zu einer chronischen Belastung der Schleimhäute und damit zu einer Anfälligkeit für Infektionen. Es ist also im Sinne des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers, in einem Büroraum für eine ausreichende Luftbefeuchtung zu sorgen.
  • Augentropfen: Es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Mittel, die gegen das Trockene Auge verfügbar sind. Die einfachsten Arten sorgen für eine bessere Befeuchtung und unterstützen damit den wässrigen Teil des Tränenfilms. Eine Kombination mit entzündungslindernden Subtanzen kommt bei brennenden und juckenden Augen in Frage. Liegt - wie sehr häufig - auch eine Unterfunktion der Lidranddrüsen vor, dann ist ein Kombinationspräparat sinnvoll, das auch pflegende Lipide enthält.
  • Augen-Sprays: Augensprays stellen eine sehr bequeme und innovative Art dar, die Lider und die Lidranddrüsen zu pflegen und den Lipid-Anteil des Tränenfilms zu ersetzen. Daher sind sie heute bei der Behandlung des Trockenen Auges - speziell bei chronischer Blepharitis - nicht wegzudenken. Augensprays werden auf das geschlossene Auge aufgesprüht. Die Lipide ziehen ein und mischen sich über den Lidrand in den Tränenfilm und sorgen so wieder für einen abgeschlossenen und stabileren Tränenfilm.
  • Augen-Gele: Augengele haften besser und länger an der Augenoberfläche. Sie sind daher eine gute Lösung bei einem instabilen Tränenfim und oft tränenden Augen sowie bei Nacht. Diese sind mittlerweile angereichert mit Vitamin A und Vitamin E verfügbar und rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Entzündungshemmende Substanzen: Ein chronisch Trockenes Auge ist immer auch chronisch entzündet. Solange die grundlegende Entzündung nicht “beruhigt” ist, wird sich der Tränenfilm auch nicht normalisieren. Die Entzündung wird oft zu einem “Selbstläufer” und verursacht wie ein Teufelskreis noch mehr Trockenheit im Auge. Neben rezeptfreien pflanzlichen Entzündungshemmern sind mitterweile sehr potente und nebenwirkungsarme Entzündungshemmer verfügbar, die allerdings über Wochen bis Monate angewendet werden müssen, bis die tiefsitzende, chronische Entzündung, die das Trockene Auge nährt, abklingen kann.
  • Antibiotika und Antiseptika: Beim Befall der Lidranddrüsen mit Bakterien oder Milben ist eine antibiotische Therapie und/oder eine antiseptische Therapie unerlässlich. Während Antispetika wie Teebaumöl-Lidtücher oder desinfizierende Augensalben rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, müssen Antibiotika augenärztlich gewählt und verordnet werden.
  • Nahrungsergänzung: Studien haben aufzeigen können, dass die orale Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren (Omega3- und Omega6-Fettsäuren) zu einer Verbesserung des Tränenfilms führen kann. Ebenso kann Vitamin A zu einer besseren Funktion der Bindehautzellen führen und somit die Beschwerden des Trockenen Auges lindern. Gerade bei Rauchern und bei Sicca-Syndrom ist die Nahrungsergänzung ein wirksamer Bestandteil der Therapie des Trockenen Auges.
  • IPL-Lichttherapie: Die “Intense Pulsed Light”-Therapie ist die neueste und erfolgversprechendeste Form der Therapie bei chronischer Blepharitis (Lidrandentzündung) und einer Unterfunktion der Lidranddrüsen, auch Meibomitis oder Meibomdrüsen-Unterfunktion genannt. Die IPL kann die chronischen Entzündungsprozesse unterbinden, Bakterien und Milben abtöten und die Lidranddrüsen wieder anregen.

Wie hilft die IPL-Lichttherapie gegen Trockene Augen?

Im Jahre 2001 macht der US-amerikanische Augenarzt Dr. Toyos die Entdeckung, dass bei Patienten, die eine kosmetische IPL-Behandlung erfahren hatten, eine deutlich verbesserte Funktion der Lidranddrüsen festzustellen war. Die Patienten berichten, dass sie nach der IPL-Therapie kaum noch Trockene Augen hatten und die Augen sich auch nicht mehr brennend und müde anfühlten.

Am meisten profitierten Patienten mit einem sog. Rosazea-Hauttyp mit chronischer Lidranddrüsenunterfunktion. Ab 2001 untersuchte Dr. Toyos zusammen mit einer Initiative des US-amerikanischen Berufsverbandes der Augenärzte die Zusammenhänge zwischen den Lichtimpulsen und der Funktion der Lidranddrüsen.

Folgende Wirkungen konnten im Rahmen der Studien zur IPL-Lichttherapie nachgewiesen werden:

  • Verbesserung der Hautflora: IPL tötet schädliche Hautbakterien und Demodex-Milben ab. Die Bakteriendichte der Haut und Demodex-Milben an der Haut unterhalten eine chronische Entzündung am Lidrand.
  • Verbesserung der Durchblutung: IPL verschließt kleine „Besenreisergefäße“ und führt so zu einer effektiveren Durchblutung der Lidranddrüsen und des Bindegewebes. Dadurch kann sich das Hautbild auch verbessern.
  • Photomodulation des Stoffwechsels: Die Lichtenergie führt zur Anregung einiger Stoffwechselvorgänge der Haut- und der Liddrüsen. Die Haut produziert mehr natürliche Entzündungshemmer wie Interleukin-10, TGF-ß. Dies führt dazu, dass entzündliche Prozesse vom Körper selbst in Schach gehalten werden und damit die Funktion der Lidranddrüsen normalisieren. Photomodulation ist sozusagen eine Art „Hilfe zur Selbsthilfe“ des Körpers.

Alle diese von Dr. Toyos beschriebenen Mechanismen führen zu einer Abnahme der chronischen Entzündung der Lidranddrüsen und so zu einer nachhaltigen Verbesserung der Tränenfilmqualität.

Die chronische Entzündung am Lidrand ist der Beginn eines Teufelskreises: Wenn die Lidranddrüsen nicht gut funktionieren, ist der Tränenfilm instabil, läuft immer wieder ab (Tränen) oder verdampft zu früh (Brennen).

Dies führt zu einer Reizung und Entzündung der Bindehaut (Fremdkörpergefühl, Brennen, Lichtempfindlichkeit). Damit verstärkt sich auch wieder die Entzündung der Lidranddrüsen.

Die IPL-Therapie kann helfen, genau diesen Teufelskreis zu durchbrechen und dem Auge helfen, wieder zu einem normalen entzündungsfreien Zustand zu finden.

Wie läuft die IPL-Lichttherapie von Trockenen Augen ab

Die Behandlung dauert ca. 30 Minuten im augenzentrum Haidhausen und  erfolgt in einer bequemen Kosmetikliege. Die IPL-Lichttherapie besteht aus 4 Sitzungen mit einem Abstand von 3-4 Wochen in einem Zeitraum von 4 Monaten.

Vor jeder Behandlung sollte die Haut im Gesicht mit Wasser und Seife gereinigt sein. Es dürfen keine Reste von Makeup oder Schminke auf der Haut sein.

Auch die Augen und Wimpern dürfen keinesfalls geschminkt sein. Schminkreste müssen vor der Behandlung gründlichst entfernt werden, da diese zu Entzündungen nach der Therapie führen können.

Unmittelbar vor der IPL-Lichttherapie erfolgt eine Gel-Anästhesie der Haut im Bereich des Jochbeins und des Unterlides. Danach folgt die Applikation eines kühlenden Kontaktgels.

Danach erfolgt die eigentliche IPL-Lichttherapie. Mit einem speziell für die Augenbehandlung entwickelten Handstück werden Lichtimpulse an die Haut abgegeben.

Durch die Verwendung eines kühlenden Kontaktgels werden oberflächliche Verbrennungen für den Patienten vermieden und die IPL-Lichttherapie ist insgesamt sehr viel angenehmer.

Nach der Lichtbehandung sind die Haut und die Lidranddrüsen auf ca. 40°C erwärmt. Durch die Tiefenwärme verflüssigt sich der Drüseninhalt der Lidranddrüsen. Dieser muss nun herausmassiert werden.

Dies erfolgt manuell an der Spaltlampe durch leichtes Ausdrücken der Lidranddrüsen. Durch diese Behandlung – auch Meibom-Expression genannt – werden die Lidranddrüsen angeregt, neues, „frisches“ Sekret zu bilden und die Drüsenausführungsgänge, die verstopft waren, werden wieder frei und durchgängig.

Danach erfolgt eine ca. 10-minütige Kühlung der Augen mit einer Kühlbrille. Ihr Behandler bespricht mit Ihnen dann Ihre individuelle Augentropfentherapie, die Sie in den kommenden 4 Monaten regelmäßig anwenden sollten.

Da die Lidranddrüsen, die über Monate und Jahre hinweg „eingefallen“ sind, sich nicht mit einer einzigen Therapie wieder nachhaltig zum „Leben erwecken lassen“, ist es wichtig, die Behandlung nach ca. 4 Wochen wieder zu wiederholen.

Wie oft die 4 wöchige IPL-Therapie wiederholt werden muss, ist sehr von Ihrem Befund und dem Zustand der Lidranddrüsen abhängig. Bei chronischen Hauterkrankungen wie Rosazea z.B. kann eine Therapie einmal jährlich sinnvoll und erfolgversprechend sein.

Bei leichteren Formen kann eine einzige Therapiesequenz vollkommen ausreichen, da sich die Augen danach wieder selbst zu helfen wissen.

Nach der IPL-Lichttherapie von Trockenen Augen

Folgende Verhaltensregeln sind nach jeder IPL-Lichttherapie-Sitzung sehr wichtig:

  • Vermeiden Sie starkes Reiben an der Haut.
  • Tragen Sie bitte 48 Stunden nach der IPL-Therapie keine stark haftenden Make-Up-Produkte auf die Haut auf. Cremes und Produkte, die sich leicht entfernen lassen, sind jedoch erlaubt und wünschenswert.
  • Tragen Sie 48 Stunden nach der IPL-Therapie eine (große ) Sonnenbrille, die die Augen und die Haut bis zum Jochbein vor der Sonne schützt.
  • Vermeiden Sie Sonnenbäder oder Solariumbesuche zwei Wochen lang nach jeder Behandlung. Diese können zu einer kosmetisch störenden Dunkelfärbung des Behandlungsareals führen.
  • Verwenden Sie am besten eine Sonnenschutzcreme in den 2 Wochen nach der Behandlung.
  • Verwenden Sie regelmäßig die Augentropfen, Augensprays oder Augensalben, die Ihnen vorordnet worden sind.

Kosten der IPL-Lichttherapie für Trockene Augen

Erstberatung ca. 50 Euro.

Pro Sitzung ca. 250 Euro.

Eine Behandlungssequenz umfasst in der Regel 4 Sitzungen. Jede Behandlungssitzung umfasst ca. 30 Minuten mit anschließender Lidrandmassage der Lidranddrüsen. Die nächste Behandlung erfolgt frühestens 4 Wochen später.

Die IPL-Lichttherapie kann bei erfolgreicher Anwendung langfristig die Verwendung von Augentropfen und Salben reduzieren und die Ursachen des Trockenen Auges beheben. Damit kann sie Beschwerden langfristig lindern und Behandlungskosten für Augentropfen und Salben einsparen.

Die Abrechnung der Leistungen erfolgt nach GOÄ. Gesetzliche Krankenkassen erstatten die Behandlungskosten der IPL-Lichttherapie nicht. Private Versicherungen können die Kosten übernehmen, wenn Ihr Tarif dies zulässt und eine medizinische Notwendigkeit besteht.

Trockene Augen und Blepharitis

mit IPL-Lichttherapie behandeln...

Weitere Infos