Hornhautverkrümmung nach ICL-OP
Hornhautverkrümmung nach ICL-OP
Durch den kleinen Hornhautschnitt bei einer Linsen-Operation kann vorübergehend eine leichte Hornhautverkrümmung entstehen. Man bezeichnet dies als SIA (surgically induced astigmatism), also eine durch die Operation ausgelöste Veränderung der Hornhautform.
Wie stark sie ausfällt, hängt nicht nur von Schnittgröße und -position ab, sondern auch von der individuellen Beschaffenheit der Hornhaut. Eine länger bestehende Kontaktlinsennutzung kann die Hornhaut beispielsweise schwächen und verändern oder bereits vorhandene Unregelmäßigkeiten beeinflussen. Deshalb sind eine ausreichende Kontaktlinsenpause und präzise Voruntersuchungen wichtig. Je vorbelasteter die Hornhaut, desto mehr "Heilungsthemen".
In aller Regel stabilisiert sich bei einer SIA die Hornhaut innerhalb von etwa sechs Wochen. Eine dauerhaft klinisch relevante SIA ist bei uns sehr selten, statistisch unter 1 ‰, also unter 0,1 %. Ein operativer Risikofaktor sind wiederverwendbare Schnittinstrumente, weil deren Schnittqualität variieren kann. Wir verwenden deshalb ausschließlich sterile Einmalinstrumente. Bislang musste bei uns kein verbliebener Restwert einer SIA nachkorrigiert werden.
Sollte sich eine relevante Verkrümmung ausnahmsweise nicht zurückbilden, wird zunächst nachgemessen und die Ursache genau geprüft und eine ursprüngliche Unterkorrektur ausgeschlossen.
Je nach Befund kann eine Brille helfen, bei geeigneter Hornhaut wäre später auch eine Laser-Nachkorrektur oder bei Unter- oder Überkorrekturen ein Austausch der ICL möglich.