Fragen und Antworten von Patienten

ICL nicht möglich - was tun?

Frage von K. H. aus Hennickendorf:
Hallo liebes Augenzentrum-Team.
Nach einer ersten Untersuchung in einem Augenlaserzentrum wurde mir gesagt, dass eine ICL Implantation aufgrund einer zu geringen Vorkammertiefe nicht möglich ist? Kann das tatsächlich sein? Was wäre nun die Alternative zu einem Sehen ohne Brille bei starker Kurzsichtigkeit (-6,5 und -10,0 Dpt)?

Vielleicht könnten Sie mir einen Rat geben….
Vielen Dank im Voraus.

ICL nicht möglich - was tun?

Tatsächlich kommt es wirklich sehr selten vor, dass Augen mit einer höheren Kurzsichtigkeit nicht über eine ausreichende Vorderkammertiefe für eine sichere Versorgung mit einer ICL Linse verfügen. Hier wäre die Messung zunächst zu hinterfragen und ggf. nochmal zu verifizieren.
Sollte eine ICL nicht in Frage kommen, dann wäre ein Linsentausch, also ein Austausch der natürlichen Linse gegen einer korrigierenden Linse möglich. Hierfür gibt es natürlich auch klare Kriterien wann eine solche Versorgung risikoarm und mit großer Erfolgsaussicht empfohlen werden kann. Hierfür ist eine umfassende Untersuchung notwendig, die auch alle relevanten Faktoren erfasst.

Müssen Piercings vor der OP entfernt werden?

Frage von M. aus München:
Ich trage Piercings an der Braue, an der Wange (Jochbein) und am Nasenflügel. Müssen diese für die OP entfernt werden?

Müssen Piercings vor der OP entfernt werden?

Haut-Piercings im Bereich der OP-Hautdesinfektion müssen am OP Tag vom Patienten entfernt worden sein. Dies ist der komplette Bereich zwischen Stirn (Haaransatz) und Nase (einschliesslich Nase).

Haben auch Mitarbeiter vom MUNICH EYE selbst auch ICL-Linsen implantiert bekommen?

Frage von A. aus München:
Es heisst ja, dass die meisten Augenärzte und Optiker noch Brillen tragen und sich nicht operieren lassen. Wie ist es bei Ihnen?

Haben auch Mitarbeiter vom MUNICH EYE selbst auch ICL-Linsen implantiert bekommen?

Tatsächlich sind einige unserer Ärzte, Augenoptiker und Mitarbeiter von MUNICH EYE bereits gelasert oder haben Linsenimplantate bei uns selbst bekommen.

Dies war Stand 2023 bei 14 Teammitgliedern von MUNICH EYE Augenzentrum München bereits der Fall:

- 2 gelaserte Mitarbeiter (und 4 ehemalige Mitarbeiter)
- 5 Mitarbeiter mit ICL Linsenimplantation
- 4 Mitarbeiter mit Multifokalen oder isofokalen Linsenimplantaten (wegen Alterssichtigkeit)
- und einige Ärzte und Ärztinnen aus unserem Zuweiser-Netzwerk aus verschiedenen Fachrichtungen

Sie sehen, wir versorgen uns selbst und gerne auch andere Ärzte oder Augenoptiker.

ICL möglich bei geringer VK Tiefe im Auge?

Frage von M. B. aus Höchst:
Hallo, kann eine ICL OP Methode bei einer geringen VK Tiefe durchgeführt werden?

ICL möglich bei geringer VK Tiefe im Auge?

Eine Implantation von phaken Linsen wie ICL ist nur möglich, wenn die hierfür erforderliche Vorderkammertiefe - also der Abstand zwischen Hornhaut und Augenlinse - vorliegt.
Die erforderliche Vorderkammertiefe ist abhängig vom Typ des Linsenimplantats und liegt in der Regel zwischen 2,7 mm und 3,00 mm (gemessen von der Hornhautrückfläche bis Linsenvorderfläche). Diese wird als interne Vorderkammertiefe (Int. ACD) bezeichnet.
Eine Implantation bei einer geringeren Vorderkammertiefe ist nicht verboten, jedoch eine sogenannte Off-Label-Anwendung und muss in jedem Einzelfall nach einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung vom behandelnden Arzt entschieden und verantwortet werden.
Die erforderliche Vorderkammertiefe für eine ICL Implantation liegt unserer Erfahrung nach bei mehr als 98% der Kurzsichtigen vor. Bei Weitsichtigen ist das Vorliegen einer ausreichenden Vorderkammertiefe für eine ICL Implantation eher seltener.
Daher wird die ICL viel häufiger bei Kurzsichtigkeit als bei Weitsichtigkeit eingesetzt.

Kann die körpereigene Linse aufgrund der ICL-Linse eintrüben?

Frage von J. M. aus Stuttgart:
Servus Munich Eye-Team!
Ich habe folgende Frage(n) an euch:
a) Kann die körpereigene Linse aufgrund des Einsetzens einer ICL-Linse eintrüben, sodass die ICL-Linsen wieder explantiert werden müssen und die körpereigene Linse durch eine Kunstlinse ersetzt werden muss?
b) Und wenn ja, wie oft kommt denn so etwas vor?
c) Sind immer beide körpereigenen Linsen betroffen?
d) Hängt das von einer bestimmte Anzahl an Jahren ab, die die Linsen im Auge sind?
e) Hat das etwas mit dem Lebensalter zu tun?
f) Hat das etwas mit der Dioptrienzahl, die korrigiert werden soll, zu tun?

Und schließlich ist meine Frage in Zusammenhang damit:

Wozu sind die Aquaports in der Linse? Sollen die vielleicht genau diese Entwicklung verhindern?

Kann die körpereigene Linse aufgrund der ICL-Linse eintrüben?

Servus! :-) Gerne beantworten wir ihre Fragen zu der Möglichkeit einer Linsentrübung aufgrund einer ICL Linsenimplantation:

Linsentrübung durch ICL: Jedes Implantat, welches ein nachweisliches Risiko für einen Organschaden (Hornhaut/Linsentrübung) hätte, würde seine Zulassung verlieren. Die ICL ist eine der wenigen Implantate, die seit 1998 die Zulassung unangetastet führt. Es gab seit der Ersteinführung keinerlei Warnmeldungen oder Rückrufe zu diesem Thema.

Linsentrübung bei ICL-Trägern: Die meisten ICL-Träger sind kurzsichtige Menschen. Bei kurzsichtigen Augen kommt die Linsentrübung (Grauer Star) grundsätzlich früher als bei Normalsichtigen. Je höher die Fehlsichtigkeit, desto schneller kann der Grauer Star kommen (ob mit oder ohne ICL). Dies ist bekannt. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang mit der ICL konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Wenn eine Linsentrübung vorhanden ist, kann diese bei einem ICL-Träger genauso versorgt werden wie bei jedem anderen Menschen mit einem grauen Star.

Der Aquaport dient zum Flüssigkeitsausgleich der Kammerwasser-Flüssigkeit vor und hinter der ICL. Damit beugt man Druckanstiege und Druckschwankungen vor. Der Aquaport hat keinen signifikanten Einfluss auf die Linsentrübung. Hierfür sind unabhängige Faktoren wie Alter, Höhe der Fehlsichtigkeit und genetische Faktoren maßgeblicher.

Hersteller ihrer Linsen

Frage von T. M. aus Mering:
Von welchem Hersteller werden ihre Linsen verwendet? Zeiss oder andere?

Hersteller ihrer Linsen

Im Gegensatz zur üblichen Vorgehensweise in deutschen Augenklinik und Zentren, haben wir uns keinem "Hauslieferanten" und damit auch keiner fixen Abnahmemenge verpflichtet.

Wir wollen hier stets die Freiheit für unsere Patienten, dass nicht der "Abnahmevertrag" eines Linsen-Lieferanten über die zu wählenden Linse bei einem Auge entscheidet, sondern ausschließlich die individuellen Parameter, anatomische Besonderheiten und optische Bedürfnisse des Patienten über die Linsenwahl entscheiden. Wir betreiben keinen Implantat-Handel und haben daher kein finanzielles Interesse an bestimmten Implantaten (d.h. unser Einkaufspreis ist auch der Einkaufspreis unserer Patienten).

Daher beziehen wir unsere Linsenimplantate - je nach Auge und Patient - von verschiedenen namhaften Premium-Linsen Herstellern wie Zeiss, Bausch und Lomb, IOL-Expert, Ophtec, Staar, HumanOptics, etc.

Folgende Kriterien sind Voraussetzung für die Aufnahme eines Linsenimplantats in unsere Lieferantenliste:

- Produktion innerhalb der Europäischen Union nach den Vorgaben der Medical Device Regulations der EU. (i.d.R. Deutschland, Holland, Frankreich bei den Premiumherstellern)
- Deutsche Vertriebsfirma mit eigenem Implantatteam mit optometrischer Expertise
- Linsenmaterial aus hydrophobem Acrylat oder Biocollamer mit Nanobeschichtung und UV- bzw. Farb echtem Lichtfilter (bei Premiumlinsen)
- Ausreichend Erfahrung mit dem verwendeten Material von mindestens 15 Jahren.
- Hersteller und Vertrieb beide mit ISO-Zertifizierung
- Freigabe durch unser Ärzteteam, Linsen-Team, OP-Team und QM-Abteilung nach ISO 9001 (hier wird auch ständige Qualitätskontrolle durchgeführt)

Eine Auswahl der aktuellen Linsenimplantate finden Sie unter unser CE-Konformitätsseite

Wie Sie sehen, ist das Thema Linsenimplantate für uns sehr wichtig. In Ihrem Sinne. Für Ihre Augen.

Augen schminken und Wimpernfärben vor und nach der Augenoperation

Frage von H. S. aus Zenting:
Ist es möglich,die Wimpern vor dem Eingriff färben zu lassen?

Augen schminken und Wimpernfärben vor und nach der Augenoperation

Schminkreste an Lidrändern und Wimpern stellen ein Risiko für eine Augeninfektion im Rahmen einer Augenoperation dar. Daher ist es sehr wichtig, dass am OP-Tag sämtliche Schminkreste (Wimperntusche, Kajal, Make Up) wirklich restlos entfernt worden sind, bevor Sie ins OP-Zentrum kommen.

Es spricht nichts dagegen, die Wimpern vor der Operation zu färben oder färben zu lassen. Wir empfehlen, die Wimpern mit einem Abstand von 1 Woche vor der OP zu färben, damit ggf. Reizungen oder Allergien durch das Färbemittel bis dahin abgeklungen sind.

Die ersten 3 Tage nach der OP sollten Sie die Augen nicht schminken. In diesen Tagen ist das Auge noch für Infektionen sehr anfällig. Ebenso wenig sollten die Augen noch bei bestehender Reizung / Schwellung nach der OP geschminkt werden. Bei normalem Heilungsverlauf ist das Schminken dann möglich, wenn eine Reizfreiheit am Auge vorliegt und die oberflächliche Zellschicht der Hornhaut wieder abgeschlossen ist (in der Regel zwischen dem 3. und 7. Tag). Sie sollten aber unbedingt aus hygienischen Gründen nur neue Schminke verwenden, und keine Kajalstifte oder Wimperntusche verwenden, die Sie vor der Operation bereits verwendet haben.

Wie lange dürfen vor der Voruntersuchung und dann auch vor der ICL-Implantation keine weichen Kontaktlinsen getragen werden?

Frage von N.:
Siehe Frage

Wie lange dürfen vor der Voruntersuchung und dann auch vor der ICL-Implantation keine weichen Kontaktlinsen getragen werden?

Die Kontaktlisen Karenz vor der OP Voruntersuchung beträgt bei weichen Linsen 7 Tage und bei harten Linsen 3 Wochen.
Die Karenz vor der Operation beträgt nur drei Tage (Wenn Sie mit dem tropfen für die Operation beginnen)

Gefahr für Hornhautendothel oder anderes Augengewebe durch ICL-Linseneinsatz?

Frage von J. M. aus Stuttgart:
Servus ICL-Team,
meine Frage lautet:
Können die Endothel-Zellen im Auge durch den Einsatz der ICL Linse sich so verringern, dass später ein Linsenaustaursch nicht möglich ist?
Gibt es sonst irgendwelche Zellen oder Gewebestrukturen im Auge, die durch die ICL Linsen jährlich abnehmen oder schwächer werden und dadurch einen späteren Linsenaustausch unmöglich machen?!

Gefahr für Hornhautendothel oder anderes Augengewebe durch ICL-Linseneinsatz?

Das Verhalten des Endothels und anderer Gewebe im Auge ist bei der "Original-ICL" aus Collamer (Hersteller: Staar) seit 1998 sehr gut untersucht und auch publiziert worden.
Es gibt keine Abnahme des Endothels oder andere vergleichbare Schäden am Auge bei der Staar Visian ICL. Daher hat auch die Staar Visian ICL - im Gegensatz zu anderen phaken Linsen die wieder vom Markt genommen worden - stets die Zulassung behalten. Bislang sind nahezu 3 Millionen Implantationen erfolgt, die gemäß Vorgaben der Medizinproduktegesetze wie alle Implantate in der Medizin überwacht werden. Inzwischen liegen auch andere Mitbewerberprodukte zur Visian EVO ICL vor, die allerdings alle nicht aus Collamer sind. Daher kann hier die Langzeitsicherheit nur bedingt bestätigt werden. In unserem Haus werden ausschließlich die Visian EVO und VIVA ICL von Staar aus Collamer implantiert.

Wer trägt die Kosten bei Komplikationen?

Frage von J.:
Guten Tag,

sofern ich einen Linsenaustausch vornehmen lasse, den ich selbst zahle, wer übernimmt etwaige Kosten bei nachfolgenden Komplikationen?

Vielen Dank!

Wer trägt die Kosten bei Komplikationen?

Die Frage ist häufig und berechtigt: Die Kostenübernahme ist gesetzlich geregelt:

- Kosten im Zusammenhang mit der Sehkorrektur übernimmt der Auftraggeber (=Patient) selbst, falls sein Kostenträger hierfür keine Deckung anbietet.
- Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen übernimmt der Versicherer / die gesetzliche Krankenkasse im Rahmen seiner / ihrer verbrieften Leistungspflicht. Hierzu gehören auch medizinisch notwendige Behandlungen, auch wenn sie im direkten Zusammenhang mit einer Wahloperation zur Sehkorrektur standen, und z.B. durch eine OP-Komplikation notwendig geworden sind und zur Heilung notwendig sind. (Davon ausgenommen sind allerdings auch hier Behandlungen die nur zur Erlangung der Brillenfreiheit dienen)

Wie groß ist das Risiko für Halos, Lichtringe und Blendung nach einer ICL Linsenimplantation?

Frage von B. aus Herne:
Hallo, meine Frage ist wann verschwinden die Halos oder verschwinden sie überhaupt nach der Zeit.
Sie treten vor allem nachts auf. Beim Autofahren.
Mfg

Wie groß ist das Risiko für Halos, Lichtringe und Blendung nach einer ICL Linsenimplantation?

Die ICL Implantation führt nicht zu neuen Halos. Dies ist ein Phänomen der Laserkorrektur.

Hier muss man die Phänomen "Blendung", "Kontrastsehen", "Halos" und "Lichtringe" auseinander halten, weil sie völlig voneinander unabhängige Phänomene sind und unterschiedliche Ursachen haben:

- Halos: Sind diffuse Lichthöfe um eine Lichtquelle. Die Ursache für Halos ist eine Lichtstreuung durch die Hornhaut, die durch eine große Pupille (also abends) nicht "abgefangen" werden kann. Daher sind Halos nach Laserbehandlungen an der Hornhaut (wie LASIK oder SMILE) nicht selten. Ebenso können Halos bei Vorschäden an der Hornhaut - z.B. bei langjährigen intensiven Kontaktlinsenträgern - auftreten (mit oder ohne Linsenimplantation). Eine Linsenimplantation wie die ICL kann grundsätzlich keine (neuen) Halos produzieren.

- Blendung: Die Blendempfindlichkeit ist ebenso im Wesentlichen von der Qualität der Hornhaut und deren Zelldichte abhängig. Wird die Hornhaut durch eine Laserbehandlung abgeflacht (unter 40 Dpt) oder ist die Zelldichte des Hornhautendothels unter 2500 gefallen (bei langjährigen Kontaktlinsenträgern) dann ist die Blendempfindlichkeit vorprogrammiert. Die ICL Linsenimplantation hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Lichtstreuung der Hornhaut, es kann aber sein, dass in den ersten Wochen bis Monaten nach der ICL Implantation die Lichtstreuungen der Hornhaut subjektiv stärker wahrgenommen werden. Dies liegt daran, dass sich durch die Linsenimplantation die Ausbildungsverhältnisse und die Lichtstreumuster ändern und neu "eingelernt" werden müssen. Das Sehen ist eben ein subjektiver Lernprozess.

- Kontrastsehen: Die ICL Linsenimplantation hat keinen Einfluss auf das Kontrastsehen. Auch Änderungen im Kontrastsehen sind im Wesentlichen durch die Veränderungen an der Hornhaut bedingt.

- Lichtringe: Die Original EVO Visian ICL von Staar hat ab Version 4 C eine ca. 300 Microns großes zentrales "Aquaport" welches zur Sicherung der Ernährung der natürlichen Linsen und Druckausgleich im Auge dient. Trifft nun eine Lichtquelle genau auf dieses Aquaport können bei einem entsprechenden Blickwinkel ein Lichtring wahrgenommen werden. Dieses gelegentliche technische Phänomen hat nach unserer Erfahrung und auch im Zusammenschau der weltweit mittlerweile 3 Millionen ICL Implantationen nie zu einer Konsequenz oder Verzicht oder Explantation der ICL geführt. Die meisten Kontaktlinsenträger kennen ähnliche technische Phänomene von ihren Kontaktlinsen.

Generell gilt:
Vorschäden oder Zellverluste an der Hornhaut - z.B. durch Kontaktlinsen oder Laservorbehandlungen - erhöhen die Chance auf Lichtstreuungsphänome.
Je gesünder und unbelasteter die Hornhaut ist, desto besser wird die optische Qualität nach der Korrektur mittels ICL Linsenimplantation sein. Daher empfehlen wir unbedingt, rechtzeitig über eine Linsenimplantation nachzudenken, und nicht erst, wenn die Kontaktlinsen "ausgereizt" sind oder Lasern nicht (mehr) geht.

ICL Linsen und natürliche Geburt

Frage von A. aus Bern:
Guten Tag

Ich habe im 2015 bei Ihnen eine ICL gemacht.

Ich bin jetzt schwanger und jetzt stellt sich die Frage nach der Geburt. Kann ich natürlich gebären oder ist der Pressdruck zu viel für das Auge nach einer ICL?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüssen
A. L.

ICL Linsen und natürliche Geburt

Zunächst einmal herzlichsten Glückwunsch zu Ihrer Schwangerschaft. Wir wünschen Ihnen das Beste für die Geburt und dürfen Ihnen mitteilen, dass Sie als ICL Trägerin keinerlei Einschränkungen für eine natürliche Geburt haben. Das Pressen ist uneingeschränkt möglich und weder für die ICL noch die Augen riskant. Alles Gute!

Jährliche Nachsorge nach ICL Implantation

Frage von M.:
Hallo, ich habe mir vor 1 Jahr die ICL implantieren lassen. Die Klinik würde für eine jährliche Nachsorge jedes Jahr über 250€ verlangen, das gleiche wie für die Voruntersuchung. Ich weiß allerdings nicht ob das evtl Abzocke ist. Die Frage wäre jetzt, MUSS wirklich jedes Jahr speziell für die ICL eine Kontrolle statt finden, wenn ja WAS GENAU muss untersucht werden und was kostet dies beispielsweise bei Ihnen oder bei jedem beliebigen "normalen Augenarzt" ? Oder reicht es einfach die ganz normale Netzhautvorsorge Untersuchung zu machen (unabhängig von der Linse) die ich zb sowieso schon als Kurzsichtige jedes Jahr gemacht hatte (und weiterhin machen werde) ,was auch von der KK übernommen wird. Ich bin da etwas irritiert was nun minimum gemacht werden muss und bezügl. der Kosten. VG M.

Jährliche Nachsorge nach ICL Implantation

Vielen Dank für Ihre Frage. Generell ist bei Kurzsichtigen - unabhängig von der ICL - nach dem 30. Lebensjahr eine Augenvorsorgeuntersuchung zu empfehlen. Die Augenvorsorgeuntersuchung umfasst neben den optometrischen Untersuchungen noch die Untersuchungen der Hornhaut, des Hornhautendothels, der Netzhaut, des Sehnerven und des Augeninnendrucks. Nur dann ist die Vorsorge nach Leitlinien der Augenheilkunde vollständig und schließt damit alle auszuschließenden Risiken und Erkrankungen aus. Im Falle einer ICL-Implantation ist zusätzlich eine sogenannte Scheimpflug-Aufnahme zur Prüfung des Abstandes und der Lage der ICL zur eigenen Körperlinse der Goldstandard in der Vorsorge. Bei gelaserten Patienten kommt zusätzlich noch die Kontrolle der Hornhauttopographie und Elastometrie hinzu, die weitere Kosten verursachen kann. Die Kosten der Augenvorsorge werden in der Regel von den privaten Krankenversicherungen sowie von einigen Augenvorsorge-Versicherungen (spezielle Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte) einmal jährlich übernommen. Die gesetzlichen Versicherungen schließen jegliche Vorsorgeuntersuchungen im Fachgebiet der Augenheilkunde aus.

Die Kosten der o.g. Augenvorsorgeuntersuchungen - im üblichen und nötigen Umfang - betragen 250-350 Euro je nach Umfang. Wie erwähnt ist dies von der vorangegangenen ICL-OP oder Augenlaser Eingriffe unabhängig und jedem Patienten mit einer Kurzsichtigkeit nach dem 30. Lebensjahr augenärztlich empfohlen. Die empfohlenen Untersuchungen nach einem Lasereingriff an der Hornhaut (wie LASIK, SMILE, etc) sind etwas umfangreicher und damit kostenintensiver, weil die Hornhaut nach einem Lasereingriff mehrere Veränderungen (wie z.B. eine Keratoektasie) durchlaufen kann, welches dann dringend behandlungsbedürftig wäre. Nach einer ICL-Implantation ist nicht mit krankhaften Veränderungen der Hornhaut zu rechnen.

Gibt es Pflichtangaben für Linsenimplantate?

Frage von M. W. aus 69469 Weinheim:
Da immer wieder einmal in der Presse darüber berichtet wird, dass Implantate auch Schwierigkeiten machen können und es dann zu Rückrufaktionen durch den Hersteller kommt, wäre es für mich wichtig vom Arzt zu erfahren, welche Linse ich im Auge habe und wer der Hersteller ist. Ist der Arzt verpflichtet, mich darüber zu informieren ? Falls nicht, muß er wenigstens diese Informationen in der Patientenakte speichern, damit er bei Bedarf darauf zugreifen kann ?
Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort und freundliche Grüße !

Gibt es Pflichtangaben für Linsenimplantate?

Tatsächlich kennen wir keine "Rückrufaktionen" bei Augenlinsen-Implantaten. Die Sicherheitsbestimmungen bei Augenlinsen-Implantaten sind seit jeher höher angesetzt als die anderen Implantate und unterliegen einer ständigen Überwachung. Natürlich gibt es freilich große Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen internationalen Herstellern, die sowohl aus der Qualität der Optik als auch aus dem Qualitätsunterschied der Materialien, Lichtfilter sowie Beschichtungen der Linsen stammen. Nicht alle Linsenimplantate sind "gleich gut" natürlich. Daher empfehlen und implantieren wir bei MUNICH EYE ausschließlich Linsenimplantate aus vollständig kontrollierter europäischer Herstellung von namhaften und etablierten Anbietern im Bereich der Ophthalmochirurgie.

Generell unterliegt der Einsatz von Implantaten den Bestimmungen der deutschen Medizingeräteverordnung, der europäischen Medizingerätedirektive sowie dem Implantationsgesetz.
Nach den Vorgaben des Implantationsgesetzes ist der Arzt tatsächlich verpflichtet, alle Angaben des Implantats (Typ, Stärke, Hersteller, Seriennummer) mit einem Implantatpass an den Patienten auszuhändigen. Natürlich ist er auch verpflichtet, alle diese Angaben mindestens 10 Jahre aktenkundig zu halten.

Der Implantatpass wird unmittelbar nach der Implantation (also noch im OP) ausgestellt und bekommt sofort den Typenaufkleber des Linsenimplantats mit allen technischen Angaben der Linse.
Ferner muss der Implantatspass das Implantationsdatum, den Operateur sowie die Seite (rechts / links) der Implantation enthalten. Dies sind die Pflichtangaben.

Blendungsprobleme nach Relex-Smile: ICL-Implantation nach Relex-Smile trotz 100% Sehschärfe möglich?

Frage von B. W. aus St.Wendel:
Sehr geehrter Herr Professor Dr. med Amir Mobarez Parasta,

ich wende mich mit folgendem Anliegen an Sie. Ich hatte am 29.03.2023 eine Relex-Smile Operation. Seitdem leide ich unter Doppelbildern, Halos, Starburts sowie einem starken Kontrastverlust. Diese Symptome treten auf, sobald meine Pupille über 6 mm groß wird. Nach umfassenden Untersuchungen meiner Augen habe ich Dunkelpupillen über 8 mm. Die Operation wurde also von Smile Eyes grob Fahrlässig durchgeführt, da der VisuMax Fabrikat Zeiss nur für eine max. Optische Zone von 6 mm vorgesehen ist. Wäre hier aus Ihrer Erfahrung/Fachwissen eine Nachoperation in Form einer ICL Implantation oder Wellenfront gestützten Trans/PRK zur Erweiterung der optischen Zone möglich?

Blendungsprobleme nach Relex-Smile: ICL-Implantation nach Relex-Smile trotz 100% Sehschärfe möglich?

Da der Laserabtrag bei allen Laserfahren (LASIK; FemtoLASIK, SMILE; CLEAR) stets an der Hornhaut und damit VOR der Pupille stattfindet, ist die exakte Vermessung der Dunkelpupillen für die Laserverfahren eminent wichtig. Diese sollte nach einer Dunkeladaptation in einem dunklen Raum nach Zuhalten des anderen Auges zuverlässig gemessen werden. Generell ist bei einer Dunkelpupille größer als 7,5 mm bei allen Laserverfahren Zurückhaltung empfohlen. Einige Laseranwender sind sogar Lentikelverfahren wie Relex-Smile, sogar schon bei Dunkelpupillen größer als 7,00 mm zurückhaltender geworden.

Bei einer Korrektur hinter der Pupille - mittels Linsenimplantaten - spielt die Pupillengröße logischerweise eine geringere Rolle. Aus Erfahrung wissen wir, dass Patienten mit einer ICL und großen Pupillen wesentlich seltener Probleme angeben als gelaserte Patienten.
Doppelbilder und Strahlenkränze (Starburts) sind ausschließlich Hornhaut bedingte Probleme und können durch Linsenimplantate nicht "verursacht" werden. Ebenso wenig wurden Kontrastminderungen nach ICL Implantation berichtet.

Tatsächlich löst aber eine nachträgliche ICL-Implantation in einem gelasertem Auge die durch die Laserbehandlung verursachten Lichtstreuphänome nicht: Die ICL kann die komplexen Lichtstreumuster, die die Hornhaut nach einem Laserabtrag produziert nicht "einfangen" und schon gar nicht "neutralisieren".

Sind Linsenimplantation auch bei Nystagmus (Augenzittern) möglich?

Frage von P. D. aus Mannheim:
Guten Tag,

ich wollte mich erkundigen, ob ein solcher Eingriff bei einer Person mit Nystagmus auch durchgeführt werden kann.

Viele Grüße

Sind Linsenimplantation auch bei Nystagmus (Augenzittern) möglich?

Grundsätzlich sind Linsenimplantationen (ICL oder IOL) auch bei Patienten mit Nystagmus möglich. Ob eine Linsenimplantation bei Nystagmus zielführend und erfolgversprechend ist, muss im Einzelfall geprüft werden.

Grauer Star Operation nach einer ICL-Linsenimplantation

Frage von U. F. aus Zürich:
Guten Tag
Ich habe bei Ihnen vor 10 Jahren Linsen implantieren lassen. Nun bin ich 55jährig und muss mich wohl demnächst mit dem grauen Star auseinander setzen. Dabei müssen meine implantierten Linsen auch herausgenommen werden.
Meine Frage ist nun: Kann man die neuen Linsen berechnen, obwohl ich noch künstliche Linsen implantiert habe oder muss man zuerst die
Linsen herausnehmen? Das hätte dann 2 Operationen pro Auge zur Folge.
Besten Dank im Voraus.

Grauer Star Operation nach einer ICL-Linsenimplantation

Eine implantierte Kontaktlinsen (ICL) oder auch phake Linse hat keinen Einfluss auf eine spätere Operation des Grauen Stars im Alter. Eine vorherige Explantation der ICL ist nicht notwendig. Sie spielt bei der Berechnung der neuen Linse keine Rolle. Die Explantation kann zusammen mit der Operation des Grauen Stars erfolgen.
Liegt noch kein Grauer Star vor, sondern nur eine Alterssichtigkeit, kann auch die ICL ebenso einfach in der gleichen Sitzung mit einer Linse, die die Alterssichtigkeit mit korrigieren kann, ausgetauscht werden.

Halos nach ICL

Frage von S. S.:
Hallo liebes Augenzentrum-Team,

ich überlege, eine ICL Implantation machen zu lassen, da ich es gut finde, dass dabei im Vergleich zum Lasern kein Gewebe abgetragen wird und meine Werte schon recht hoch sind.
Ich habe schon viel darüber nachgelesen und habe eine Frage zu den Halos, die nach der OP auftreten.
Treten diese bei jedem Patienten auf? Und wie lange dauert es, bis diese nicht mehr da sind/ wahrgenommen werden? Können diese (6 Wochen nach der OP) zu Problemen führen bei einem Glare Sentisivity Test? Das ist für mich wichtig, da ich Fluglotsin bin und meine Arbeitstauglichkeit davon abhängig ist.

Vielen Dank für Ihre Antwort,
S. S.

Halos nach ICL

Tatsächlich bringt die ICL keine "systemischen" Risiken für Halos und Lichtstreueffekte mit. Systemische, also verfahrensbedingte Risiken gibt es durch die Laserverfahren, die allesamt die Hornhautkrümmung ändern und dadurch Lichtstreueffekte wie Halos und Strahlenkränze verursachen können.

Das Risiko für Halos bei ICL ist damit nicht von der Linse sondern viel mehr von der Pupillengröße (im Dunkeln) und der Beschaffenheit der Hornhaut zu tun. Patienten mit normalen Pupillenweiten und gesunde und nicht vorbelastete Hornhäute haben ein sehr geringes Risiko, nach einer ICL-Implantation überhaupt Lichtstreuungsefffekte wie Halos oder Strahlenkränze wahrzunehmen.

Patienten mit sehr großen Dunkelpupillen können Halos wahrnehmen (wie sie das auch bei tragen von Kontaktlinsen wahrnehmen). Patienten mit geringen Endothelzelldichten der Hornhaut oder assymetrische Hornhautverkrümmungen sind stets Kandidaten für Lichtstreu-Phänomene in dunkler Umgebung. Die krankhaften Veränderungen an der Hornhaut finden wir nicht selten bei langjährigen Trägern weicher Kontaktlinsen.

Tatsächlich kennen wir keinen Fall, der durch die ICL-Implantation seinen Glare Sensitivity Test nicht mehr bestanden hat, welcher vor der Implantation bestanden war. Dabei schauen wir auf eine sehr große Menge an Patienten aus dem Flugdienst zurück, die wir bislang versorgen durften.

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