Kontaktlinsenunverträglichkeit

Entstehung und Ursachen

Häufig klagen Träger weicher Kontaktlinsen mit der Zeit über Unverträglichkeitserscheinungen und trockene Augen.

Woher kommt das?

Die Kontaktlinse legt sich beim Tragen wie eine zweite Haut über die Hornhaut und wirkt wie ein mechanischer Verschluss. Dadurch gelangen die Nährstoffe, die im Tränenfilm enthalten sind, nicht mehr so gut an die Hornhautoberfläche. Außerdem sammeln sich Abbaustoffe unter der Kontaktlinse und können nicht mehr auf regulärem Weg über den Tränenfilm abtransportiert werden. Dadurch kann es zu einer Übersäuerung der Hornhaut und ersten Entzündungserscheinungen kommen.

Erste Anzeichen einer Unverträglichkeit

Sogenannte limbale Neovaskularisationen weisen auf erste Unverträglichkeitserscheinungen hin. Das sind kleine zusätzliche Blutgefäße, die sich die Hornhaut aus der Bindehaut bildet, um ihre ‚Unterversorgungzu kompensieren. Diese dienen dann auch dem Abtransport von Abbaustoffen.

Entzündliche Veränderung sichtbar

Bei einer genauen Untersuchung überprüft der Augenarzt die Bindehaut auf der Innenseite des Oberlides. Das ist die Stelle, die am meisten Kontakt mit der Kontaktlinse hat. Zeigen sich hier schon entzündliche Veränderungen sog. ‚Pflastersteine‘, weist das auf eine allergische Reaktion auf das Silikonmaterial in der Kontaktlinse hin. Der Körper will sich durch solche ‚Zellpolster‘ schützen, damit keine Stoffe aus der Kontaktlinse in den Körper gelangen. Oft werden solche Veränderungen nach einer Kontaktlinsentragezeit von etwa 5-10 Jahren sichtbar.

Symptome für Kontaktlinsenunverträglichkeit und trockene Augen

Die meisten Patienten, die unter einer Unverträglichkeit bzw. allergischen Reaktion leiden schildern folgende Symptome:

  • müde / schwere Augen
  • Jucken
  • Brennen
  • Kratzen
  • Fremdkörpergefühl

 

Ursache für die Entstehung trockener Augen bei Kontaktlinsenträgern

Durch die Entzündung kann die Bindehaut den Tränenfilm nicht mehr richtig steuern. Die Qualität des Tränenfilms verschlechtert sich und die Benetzung und die Versorgung mit Nährstoffen funktioniert nicht mehr so gut. Das Paradoxe daran: beim Tragen der Kontaktlinsen fühlen sich die Augen weniger trocken an als ohne. Der Grund dafür: die Kontaktlinse als mechanische Abdeckung schützt das Auge nun besser als der Tränenfilm. Somit wird fälschlicherweise oft angenommen, dass man trockene Augen entwickelt hat und die Kontaktlinse das lindert – das Gegenteil ist aber der Fall. Die Kontaktlinse hat die Entstehung trockener Augen verursacht, kaschiert aber gleichzeitig die Symptome.

Therapiemöglichkeiten

Die erste Maßnahme bei einer Unverträglichkeit und trockenen Augen ist ganz einfach: Kontaktlinse raus. Meist wird dann eine Therapie mit Tränenersatzmitteln begonnen. Je nach weiterführender Diagnostik können auch antiallergische oder entzündungshemmende Tropfen oder Augensalben verordnet werden.

Alternativen

Damit die verordnete Tropftherapie wirken und sich die Hornhautoberfläche entsprechend regenerieren kann, ist eine Kontaktlinsenpause unabdingbar. Es ist zu überlegen, ob dann dauerhaft eine Brille getragen werden kann. Sie erfordert keinen Eingriff und belastet das Auge nicht. Allerdings ist sie aus verschiedenen Gründen häufig nicht die optimal gewünschte Lösung. Z.B bei sehr hoher Fehlsichtigkeit (dicke und schwere Gläser), besonderen beruflichen Anforderungen oder bei sportlichen Aktivitäten.


Dr. Parasta erklärt die Ursachen und Symptome von Kontaktlinsenunverträglichkeit

  • Unverträglichkeit von Kontaktlinsen

    Unverträglichkeit von Kontaktlinsen

Dauerkorrektur statt Kontaktlinse

Eine Alternative zu Kontaktlinsen und Brille ist es, die Augen dauerhaft korrigieren zu lassen. Hierfür gibt es z.B. verschiedene Augenlaserverfahren. Allerdings ist zu beachten, dass beim Augenlasern immer Hornhautgewebe ‚geopfert‘ werden muss. Außerdem können vorab bestehende trockene Augen durch eine Laserbehandlung der Hornhaut noch verschlimmert werden. Dabei ist für eine gute Heilung nach einer Laserbehandlung ein gut funktionierender, stabiler Tränenfilm unerlässlich.

Eine weitere Möglichkeit der Dauerkorrektur ist das Einsetzen künstlicher Linsen. Die implantierbare Kontaktlinse – kurz ICL genannt – besteht zum Großteil aus Wasser und aus biologischem Kollagen und wird im Auge hinter der Pupille ‚versteckt‘. Sie ist von außen nicht sichtbar und nicht spürbar. Der Eingriff erfordert einen wesentlich kleineren Schnitt an der Hornhaut als bei einer Lasikbehandlung. Weil die Linse dann im Auge sitzt, hat sie keinerlei negativen Einfluss auf den Tränenfilm und dessen Qualität und Beschaffenheit. Weitere Vorteile der ICL sind der zusätzliche UV-Schutz für die körpereigene Linse und die Netzhaut. Und das Verfahren ist reversibel, d.h. die Linse kann jederzeit bei Bedarf entfernt oder ausgetauscht werden.

Welches Verfahren für wen am besten geeignet ist, erfahren Sie nach einer eingehenden Eignungsprüfung.