Grauer Star: Ursachen und Therapien

Der Grauer Star ist eine Trübung der Augenlinse.

Diese Trübung ist mit Änderungen in der Sehstärke, einem vermehrten Lichtbedarf beim Lesen und einer erhöhten Blendempfindlichkeit bei Dämmerung und Nachts verbunden.

Die häufigste Ursache des Grauen Star ist eine natürliche Alterung der Linse, die sich i.d.R. zwischen dem 65 und 75 Lebensjahr bemerkbar macht.

Eine medikamentöse Behandlung des Grauen Stars gibt es nicht.
Nur eine Operation des Grauen Stars ist in der Lage den Grauen Star zu heilen.

Frühzeichen des Grauen Stars: Sehstärkenänderung

Das häufigste Anzeichen eines beginnenden Grauen Star sind Änderungen der Sehstärke. Die Änderung können sowohl in Richtung der Weitsichtigkeit als auch in Richtung Kurzsichtigkeit stattfinden. Bei einer Verdickung der Linsenmitte nimmt ihre Brechkraft zu. Bei einer Verhärtung der Linsenrinde nimmt ihre Brechkraft ab.

Es ist nicht selten, dass man beim beginnenden Grauen Star sogar eine Besserung der Nahsicht bemerkt und seltener die Lesebrille braucht. Man spricht hier von einer "Myopisierung" also Zunahme der Kurzsichtigkeit durch die Zunahme der Linsendicke. In der Regel ist diese "Besserung" der Sicht in der Nähe mit einer Abnahme der Sehschärfe in der Ferne verbunden.

Deshalb muss bei einem beginnenden Grauen Star damit gerechnet werden, dann die Brillenwerte häufiger aktualisiert werden müssen, da sich die Linse ab jetzt zunehmend verändern wird.

Grauer Star Video - Ursachen, Symptome und Behandlung

In diesem Video beschreibt Dr. Parasta, Augenchirurg und Ärztlicher Leiter des Augenzentrum in München, Ursachen, Symptome und Behandlung des Grauen Star (Katarakt) im Augenzentrum in München.

Videoinhalt
00:01 – 02:14    Woher kommt der Graue Star?
02:15 – 04:35    Voruntersuchungen vor der Grauer Star OP
04:36 – 08:02    Brillenfreiheit nach der Grauen Star Operation
08:03 – 10:06    Wie verläuft die Operation des Grauen Star?
10:07 – 12:06    Welche OP-Verfahren gibt es?
12:07 – 14:22    Nachsorge nach der Grauer Star OP

Ursachen des Grauen Stars

Die häufigste Ursache des Grauen Star ist eine Linsenalterung. Wann die Linse altert ist genauso individuell verschieden wie z.B. das Grau werden der Haare.

Die altersbedingte Linsentrübung kann bereits ab dem 30. Lebensjahr vorkommen. Am häufigsten findet man aber diese Form zwischen den 65. und 75. Lebensjahr. In dieser Altersgruppe werden auch über 70% der betroffenen am Grauen Star operiert.

Es gibt jedoch auch andere Umstände, die die Entwicklung eines Grauen Star begünstigen bzw. beschleunigen können:

  • Diabetes: Hohe Blutzuckerwerte und Blutzuckerschwankungen
  • Hohe Kurzsichtigkeit und hohe Weitsichtigkeit
  • Medikamente: Vor allem Cortisoneinnahme über längere Zeit
  • Gefäßverschlüsse: Vor allem Verengung der Hals-Schlagader (Carotis)
  • Chemotherapie und Bestrahlungstherapie bei Krebserkrankungen
  • Trauma: Schlag aufs Auge (auch nach Jahrzehnten)
  • Verletzung des Auges und der Augenlinse (z.B. Autounfälle)
  • Speichererkranungen (z.B. Kupfer- oder Eiseneinlagerung)
  • Alkoholismus

Einseitiger Grauer Star - Was kann die Ursache sein?

Bei Kindern und Jugendlichen kommt der einseitige Graue Star nicht selten vor: In diesen Fällen ist nur ein Auge von einer angeborenen Fehlbildung der Augenlinse betroffen.

Bei Erwachsenen unter 65 Jahren muss bei einem einseitigen Grauen Star unbedingt abgeklärt werden, ob nicht ein früheres Trauma (z.B. Schlag aufs Auge) die Linsentrübung bedingt hat.

Sehr wichtig ist auch generell der Ausschluss einer Verengung der Gefäße, die das Auge mit Blut versorgen. Dies erfolgt i.d.R. mit einer Carotis-Doppler-Untersuchung der Halsschlagader-Gefäße durch den Internisten bzw. Cardiologen.

Bei über 65 jährigen liegt ein tatsächlich einseitiger Grauer Star extrem selten vor: Am häufigsten macht sich die Linsentrübung nur auf der einen Seite früher bemerkbar als die andere Seite. Bei genauer Untersuchung lassen sich aber sehr oft die Anzeichen vom Grauen Star auch am zweiten Auge entdecken, auch wen die Sehschärfe hier vielleicht sogar noch in Ordnung ist.

Erfahrungsgemäß eilt immer ein Auge "voraus": Das 2. Auge macht sich dann binnen einiger Monate auch mit den Anzeichen des Grauen Stars bemerkbar.

Daher macht es Sinn, bei einer anstehenden Augenoperation tatsächlich eine zeitnahe Versorgung beider Augen zu planen.

So ist es gewährleistet, dass beide Augen zeitnah mit dem gleichen Linsentyp versorgen können und keine störenden Irritationen zwischen dem Auge  mit der neuen Linse und der dem anderen Auge mit der "alten Linse" auftauchen.

Therapie des Grauen Stars: Alternativen zur Operation?

In der Regel lässt sich der Graue Star leider nicht vollständig aufhalten. Solange das Zentrum der Linsen noch klar ist, lassen sich die Änderungen der Sehstärke durch neue Brillenanpassungen "begegnen".

Bei Diabetikern ist eine Stabilisierung des Blutzuckerspiegels sehr wichtig, um eine schnelle Verschlechterung der Sehleistung vorzubeugen.

Zur Steigerung der Sehleistung muss die Linsentrübung behoben werden. Dies erfolgt durch den Austausch der trüben Linsen durch eine klare Kunstlinse. Die Kunstlinse hat eine langfristige optische Stabiltät, die für mehr als 90 Jahre konzipiert ist.

Die Operation des Grauen Stars ermöglicht auch eine gleichzeitige Korrektur von Fehlsichtigkeiten.

Moderne Multifokallinsen erlauben eine Korrektur in der Ferne und Nähe. Somit kann die Brille überflüssig werden.

Die Operation des Grauen Star erfolgt in unserem Augenzentrum in Tropfanästhesie und im Dämmerschlaf. Spritzen am Auge kommen im Regelfall nicht zum Einsatz.

Die Operation des Grauen Stars kann mittels herkömlicher Ultraschalltechnik (Phacoemulsifikation) oder mit der schonenden Laser-Technik (Nanolaser) erfolgen.

Häufige Fragen und Antworten zum Grauen Star und zur Linsenimplantation

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